Autodesk Fusion: Cloud-Vorteile nutzen, Daten trotzdem lokal halten
Das Wichtigste in Kürze
- Fusion speichert Daten zentral in der Cloud – das ermöglicht standortübergreifendes Arbeiten, automatische Versionierung und einfache Zusammenarbeit mit externen Partnern.
- Der vollständige Funktionsumfang von Fusion steht auch offline zur Verfügung – inklusive CAD-Konstruktion und CAM-Programmierung.
- Wer bestimmte Daten nicht in die Cloud geben darf, kann gezielt einzelne Dateien lokal halten oder Inventor und Fusion kombinieren.

Was bringt die Cloud im Arbeitsalltag konkret?
Autodesk Fusion ist eine cloudbasierte Plattform für Konstruktion und Fertigung. Das bedeutet: Alle Projektdaten liegen zentral in der Cloud, nicht auf einzelnen Rechnern. Für den Arbeitsalltag hat das handfeste Vorteile.
Standortübergreifend arbeiten – ohne Dateien hin- und herzuschicken. Alle Nutzer greifen auf dieselben Daten zu, unabhängig vom Standort oder Endgerät. Ein CAM-Programm kann an einem Standort erstellt und an einem anderen gefertigt werden – zum Beispiel je nachdem, welche Maschine gerade freie Kapazität hat. Dateien lassen sich auch direkt aus Fusion heraus als Link teilen. Der Empfänger öffnet eine Kopie in seiner eigenen Umgebung, das Original bleibt unverändert.
Versionierung. Änderungen am Werkstück können als neue Version gespeichert werden. Dann ist nachvollziehbar, wer wann was geändert hat. Und wenn etwas schiefgeht, lässt sich jederzeit ein früherer Stand wiederherstellen. Nichts ist unwiderruflich verloren.
Zusammenarbeit mit externen Partnern. Über die Cloud-Oberfläche lassen sich Projekte gezielt für Externe freigeben – mit klar definierten Rollen (Manager, Bearbeiter, Viewer). Ein externer Dienstleister oder Freelancer sieht nur die Projekte, zu denen er eingeladen wurde. Alle anderen Daten bleiben unsichtbar. Das macht es einfach, sich bei Kapazitätsengpässen oder Spezialprojekten schnell externe Unterstützung zu holen – zum Beispiel für CAM-Programmierung durch AURON.
Bauteile prüfen – ohne Fusion zu starten. Über die Weboberfläche lassen sich Dateien direkt im Browser öffnen: Bauteile betrachten, Kanten messen, Werkzeugwege und Spannmittel anzeigen, Stücklisten einsehen. Wer in der Werkstatt oder in der Arbeitsvorbereitung nur einen schnellen Blick auf ein Teil braucht, kann das direkt auf dem Tablet tun.
Datensicherheit durch Redundanz. Die Daten werden mehrfach gesichert – auf verschiedenen Servern, auch geografisch verteilt. Bei Ausfall eines Servers bleibt der Zugriff über andere Standorte erhalten.
Funktioniert Fusion auch ohne Internet?
Ja. Offline steht der vollständige Funktionsumfang von Fusion zur Verfügung: CAD-Konstruktion, CAM-Programmierung, alle Bearbeitungs- und Fertigungsfunktionen. Auch Fremdformate wie STEP-Dateien lassen sich offline öffnen, bearbeiten und exportieren.
Dafür gibt es zwei Werkzeuge: Über den Offline-Modus lassen sich Dateien gezielt lokal auf dem Rechner speichern. Die Dauer der lokalen Verfügbarkeit ist frei konfigurierbar. Solange eine Datei lokal ausgecheckt ist, wird sie in der Cloud automatisch gesperrt – Konflikte durch paralleles Bearbeiten sind damit ausgeschlossen.
Der Autodesk Desktop-Connector funktioniert ähnlich wie Microsoft OneDrive: Cloud-Projekte erscheinen als lokales Laufwerk im Windows Explorer. Zusätzlich lässt sich eine automatische, zeitgesteuerte Synchronisierung einrichten – etwa einmal täglich auf einen Netzwerkserver. Das dient als zusätzliches lokales Backup und stellt sicher, dass auch bei einem Ausfall der Cloud oder der Internetverbindung auf alle Daten zugegriffen werden kann.
In der Praxis arbeiten die meisten Anwender direkt aus der Cloud und schätzen die Vorteile schnell. Der Offline-Modus ist ein Sicherheitsnetz, das bei Bedarf jederzeit zur Verfügung steht.
Was tun, wenn bestimmte Daten nicht in die Cloud dürfen?
In manchen Situationen dürfen bestimmte Dateien nicht in der Cloud gespeichert werden – sei es aufgrund interner Vorgaben, sensibler Kundenprojekte oder branchenspezifischer Anforderungen. Auch dafür gibt es praktikable Lösungen.
Weg 1: Sensible Dateien gezielt offline halten. Wer in Fusion arbeitet, kann einzelne Dateien – etwa vertrauliche Werkstückdaten – gezielt lokal bearbeiten und speichern. Alles andere, was nicht datensensibel ist (Spannmittel, Postprozessoren, Werkzeugbibliotheken), bleibt weiterhin in der Cloud. So lassen sich die Cloud-Vorteile für den Großteil der Arbeit nutzen, ohne Compliance-Vorgaben zu verletzen.
Weg 2: Inventor für die Konstruktion, Fusion für die Fertigung. Hersteller, die bereits Autodesk Inventor einsetzen und ihre Konstruktionsdaten lokal halten möchten, können Fusion gezielt für den CAM-Bereich nutzen. Daten aus Inventor lassen sich über Vault (Datenmanagement-Lösung von Autodesk) und die von AURON entwickelte Schnittstelle CAD2CLD („CAD to Cloud“) direkt mit Fusion synchronisieren – ohne manuellen Datentransfer. So bleiben die Konstruktionsdaten lokal in Inventor, während die Fertigung von den Cloud-Vorteilen in Fusion profitiert.
Fazit
Autodesk Fusion bietet als Cloud-Plattform handfeste Vorteile für den Arbeitsalltag in Konstruktion und Fertigung: zentraler Datenzugriff, automatische Versionierung, einfache Zusammenarbeit und hohe Datensicherheit. Gleichzeitig funktioniert Fusion vollständig offline – und wer bestimmte Daten nicht in die Cloud geben darf, findet dafür praktikable Lösungen.
Sie möchten wissen, wie sich Fusion in Ihren Fertigungsprozess integrieren lässt? Vereinbaren Sie ein unverbindliches Gespräch mit unseren Fertigungsexperten: hier gehts zum Kontaktformular.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Braucht Autodesk Fusion eine permanente Internetverbindung?
Nein. Fusion funktioniert auch vollständig offline – mit dem kompletten Funktionsumfang für CAD-Konstruktion und CAM-Programmierung. Dateien lassen sich über den Offline-Cache oder den Desktop-Connector lokal verfügbar machen. Lediglich für die Lizenzverlängerung muss sich Fusion alle 14 Tage einmal online anmelden.
Wie sicher sind meine Daten in der Autodesk Fusion Cloud?
Fusion speichert alle Daten mehrfach auf geografisch verteilten Servern. Als Infrastruktur nutzt Autodesk Amazon Web Services (AWS). Bei Ausfall eines Servers bleibt der Zugriff über andere Standorte erhalten. Zusätzlich lässt sich über den Desktop-Connector eine automatische lokale Sicherung einrichten.
Kann ich Autodesk Inventor und Fusion parallel nutzen?
Ja. Hersteller, die ihre Konstruktionsdaten lokal in Inventor halten möchten, können Fusion gezielt für die CAM-Programmierung einsetzen. Die Verbindung zwischen beiden Systemen stellt Vault her, ergänzt durch die von AURON entwickelte Schnittstelle CAD2CLD. So lassen sich Cloud-Vorteile in der Fertigung nutzen, während die Konstruktionsdaten lokal bleiben.



