5 Strategien für effizientere CAM-Programmierung mit Autodesk Fusion
Das Wichtigste in Kürze
- Fehlende Standardisierung kostet typischerweise 30–50 % der Programmierzeit – nicht fehlende Kompetenz.
- Fünf Stellschrauben in Autodesk Fusion – von Templates bis Postprozessor – heben dieses Potenzial systematisch.
- Zusatzmodule (z. B. Erodieren, Adaptive Clearing) für wirtschaftlichere und automatisierte Arbeit.

Die Dauer für CAM-Programmierung und Fertigung in Autodesk Fusion lässt sich durch fünf Hebel typischerweise um 30–50 % reduzieren:
- Templates
- Feature-Erkennung
- Werkzeugbibliotheken
- Maschinensimulation
- angepasste Postprozessoren.
Doch in der Praxis bleibt dieses Potenzial oft ungenutzt. In vielen Fertigungsbetrieben beginnt jeder CAM-Programmierer bei jedem neuen Teil praktisch von vorn: Werkzeuge werden manuell ausgewählt, Schnittdaten recherchiert, Bearbeitungsstrategien neu aufgebaut. Dazu kommen Nacharbeiten am NC-Code, weil der Postprozessor nicht exakt zur Maschinensteuerung passt.
Das Ergebnis: Die eigentliche Programmierarbeit dauert bis zu doppelt so lange wie nötig – nicht wegen fehlender Kompetenz, sondern wegen fehlender Standardisierung. Die folgenden fünf Strategien zeigen, wie Sie diese Potenziale in Fusion systematisch heben: weniger klicken, mehr fräsen.
Strategie 1: Fertigungsvorlagen nutzen
Speichern Sie bewährte Bearbeitungsstrategien als Templates und wenden Sie diese auf neue Bauteile an.
Templates sorgen für einheitliche Qualität über alle Programmierer hinweg und reduzieren die Einarbeitungszeit für neue Mitarbeiter erheblich. Auch bei Einzelteilen dienen sie als Ausgangspunkt – die Anpassung geht schneller als ein Neuaufbau.
Typischer Effekt: 20–40 % weniger Programmierzeit bei Wiederholteilen (abhängig von Teilekomplexität)
So funktioniert es in Fusion:
- Rechtsklick auf das Feature → Als Template speichern
- Bei neuem Teil: Aus Template erstellen wählen
- Geometrie-Referenzen aktualisieren

Strategie 2: Automatische Feature-Erkennung verwenden
Die automatische Feature-Erkennung in Fusion spart enorm Zeit – besonders bei bohrungsintensiven Teilen, wie sie im Formenbau oder in Vorrichtungen häufig vorkommen. Anstatt jede Bohrung manuell anzuklicken, erkennt die Software Bohrungen, Gewinde und Taschen in Sekunden und ordnet automatisch die passenden Bearbeitungszyklen zu.
In Kombination mit Templates entstehen so komplette Bearbeitungen in kürzester Zeit – standardisiert, fehlerarm und mit konstant hoher Qualität. Diese Kombination reduziert Flüchtigkeitsfehler deutlich und sorgt dafür, dass Programmierer sich auf die anspruchsvolleren Aspekte der Fertigung konzentrieren können.
Typischer Effekt: Bis zu 70 % Zeitersparnis bei bohrungsintensiven Teilen
So funktioniert es in Fusion:
- Fertigung → Bohrungserkennung
- Bohrungserkennung zB durch Mindestdurchmesser definieren
- Erkannte Features prüfen, Vorlage auswählen und bestätigen

Strategie 3: Zentrale Werkzeugbibliothek pflegen
Führen Sie eine Werkzeugbibliothek mit vollständigen Schnittdaten, die alle Programmierer gemeinsam nutzen.
Ohne zentrale Bibliothek recherchiert jeder Programmierer Schnittdaten selbst – mit unterschiedlichen Ergebnissen. Eine gepflegte Werkzeugbibliothek in Fusion enthält nicht nur Geometriedaten, sondern auch erprobte Schnittparameter für verschiedene Materialien. Das Ergebnis: konsistente Bearbeitungsqualität.
Typischer Effekt: 15–25 % weniger Programmierzeit, zusätzlich weniger Ausschuss durch optimierte Schnittdaten
So funktioniert es in Fusion:
- Fertigung → Werkzeugbibliothek öffnen
- Werkzeuge mit vollständigen Schnittdaten anlegen
- Bibliothek im Team über Fusion-Cloud teilen

Strategie 4: Simulation vor dem ersten Span
Simulieren Sie jeden Bearbeitungsvorgang vollständig, bevor der NC-Code an die Maschine geht.
Kollisionen, Luftschnitte oder unerwartete Restmaterialsituationen kosten nicht nur Maschinenzeit, sondern im schlimmsten Fall Werkzeuge oder Werkstücke. Die integrierte Simulation in Fusion zeigt den gesamten Bearbeitungsablauf inklusive Werkzeugwegen, Materialabtrag und potenziellen Kollisionen. Fehler werden am Bildschirm erkannt – nicht an der Maschine. Selbst bei engem Zeitplan lohnt sich zumindest eine Schnellsimulation der kritischen Passagen.
Typischer Effekt: Reduktion von Einfahrzeit und Ausschuss um 30–50 % (je nach Teilekomplexität)
So funktioniert es in Fusion:
- Nach Erstellung aller Operationen: Simulieren klicken
- Kollisionsprüfung aktivieren
- Kritische Stellen genauer unter die Lupe nehmen

Strategie 5: Postprozessoren richtig konfigurieren
Setzen Sie Postprozessoren ein, die exakt auf Ihre Maschinensteuerung abgestimmt sind.
Ein generischer Postprozessor erzeugt lauffähigen NC-Code – aber selten optimalen. Manuelle Nacharbeiten am G-Code, fehlende Maschinenzyklen oder falsche Formatierungen kosten Zeit und bergen Fehlerrisiken. Ein sauber konfigurierter Postprozessor nutzt die spezifischen Funktionen Ihrer Steuerung (Heidenhain, Siemens, Fanuc etc.) und erzeugt den Code, der direkt an der Maschine läuft.
Typischer Effekt: Eliminierung manueller NC-Korrekturen, Nutzung maschinenspezifischer Zyklen
So funktioniert es in Fusion:
- Passenden Postprozessor auswählen
- Postprozess durchführen
- NC-Code an die Maschine weiterleiten

Zur Umsetzung
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Auron-Tools für effizientere CAM-Programmierung
Drahterodieren (Wire EDM): Add-In für Fusion zur Erstellung von Werkzeugwegen für den Erodiervorgang und NC-Code-Generierung – direkt in der gewohnten CAM-Umgebung.
Senkerodieren (Sinker EDM): Add-In für Fusion, das den gesamten Prozess abdeckt: Elektrodenkonstruktion, Werkzeugwege für die Elektrodenproduktion, Werkzeugwege für den Erodiervorgang und NC-Code-Generierung.
Adaptive Clearing Rechner: Berechnet optimale Schnittparameter für Adaptive Clearing-Strategien basierend auf Material und Werkzeug.
Postprozessor-Entwicklung: Eigen entwickelte Postprozessoren für Ihre spezifische Maschinensteuerung – damit der NC-Code ohne manuelle Nacharbeit direkt läuft. Auron hat bereits über 500 Postprozessoren für Fertiger im DACH-Raum entwickelt.
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Häufige Fragen
Wie lange dauert die Einrichtung einer Werkzeugbibliothek? Je nach Werkzeuganzahl zwischen wenigen Stunden und einigen Tagen. Der Aufwand amortisiert sich typischerweise innerhalb weniger Wochen durch eingesparte Programmierzeit.
Funktionieren die Templates auch bei stark variierenden Teilen? Templates eignen sich besonders für Teilefamilien mit ähnlicher Geometrie. Bei stark variierenden Teilen helfen sie dennoch als Ausgangspunkt – die Anpassung geht schneller als ein Neuaufbau.
Erkennt die Feature-Erkennung auch Gewinde und Senkungen? Ja, Fusion erkennt neben einfachen Bohrungen auch Gewinde, Senkungen und Stufenbohrungen. Die erkannten Features können direkt mit passenden Bearbeitungszyklen verknüpft werden.
Kann ich Werkzeugbibliotheken zwischen mehreren Arbeitsplätzen teilen? Ja, über die Fusion-Cloud lassen sich Werkzeugbibliotheken zentral verwalten und im Team synchronisieren. Änderungen sind sofort für alle Nutzer verfügbar.
Wie genau ist die Simulation in Fusion? Die Simulation zeigt Werkzeugwege, Materialabtrag und Kollisionen auf Basis der CAD-Geometrie. Für die finale Validierung empfiehlt es sich dennoch, das Bauteil an der Maschine einzufahren.

